Kurztrip-Tipps: Hamburg, Kiel, Lübeck

Freunde von uns fahren mit ihren Kindern für ein paar Tage in den Norden. Ich bin in Hamburg geboren, zwischen Hamburg und Lübeck aufgewachsen und hab in Kiel studiert – also wurde ich um ein paar Tipps gebeten 🙂

Natürlich gibt es überall noch viel mehr zu sehen, aber das hier sind meine schnellen Vorschläge für „wenig Zeit, mit Kindern, eventuell auch bei schlechtem Wetter“. Wegen der Corona-Bestimmungen weiß ich auch nicht, was davon im Moment geöffnet ist. Bilder sind auch (noch) keine dabei, wichtiger sind erstmal die Informationen:

Hamburg

# Hamburg Card
Für einen einzigen Tag lohnt es sich vielleicht nicht, aber für mehrere Tage sollte man sich die „Hamburg Card“ angucken, denn damit sind viele Eintrittspreise günstiger und man kann sie auch für Bus/Bahn nutzen: https://www.hamburg-tourism.de/buchen/hamburg-card

# Stadtrundfahrten
Die schnellste Art „mal eben alles zu sehen“ sind natürlich die Stadtrundfahrten, vor allem mit den berühmten roten Doppeldeckern:
https://www.hamburg-tourism.de/buchen/tickets/stadtrundfahrt-mit-den-roten-doppeldeckern/

Das könnte mit Kindern aber anstrengend (und teuer) werden, darum würde ich besser „auf eigene Faust“ losgehen – und zwar hierhin:

Hamburger Hafen

# Landungsbrücken, Alter Elbtunnel, Fischmarkt

Man kann einfach zu den Landungsbrücken fahren und dort am Hafen entlang laufen oder sich mit einem Eis auf die Stufen setzen, es gibt immer was zu sehen:
https://www.hamburg-tourism.de/sehen-erleben/hamburg-maritim/an-den-landungsbruecken/

Direkt neben den Landungsbrücken liegt der Eingang zum alten Elbtunnel. Es ist kostenlos und ein tolles Erlebnis, mit dem alten Aufzug runter in den alten Tunnel zu fahren und „unter der Elbe“ (!) spazierenzugehen. Heute sind hier nur noch Fußgänger erlaubt, Autos fahren natürlich schon lange durch den anderen, großen Elbtunnel.
https://www.hamburg-tourism.de/sehen-erleben/historisches-hamburg/alter-elbtunnel-und-umgebung/

Auch der Fischmarkt ist nur ein paar Minuten zu Fuss von den Landungsbrücken entfernt. Das „richtige“ Fischmarkt-Gefühl gibt es natürlich erst am Sonntagmorgen, nach einer gaaaanz langen Nacht in den Hamburger Bars, wenn man ganz früh dort ein Fischbrötchen futtert … aber das gehört auf den Reiseplan ohne Kinder 😉 Mit Kindern sind die Flohmärkte am Fischmarkt toll (danach aber bitte selbst googeln). Hier mehr über den Fischmarkt:
https://www.hamburg-tourism.de/sehen-erleben/hamburg-maritim/rund-um-den-fischmarkt/

# Hafenrundfahrten

In der Nähe der Landungsbrücken starten auch die meisten Hafenrundfahrten, am bekanntesten sind die Boote von Ehlers oder Barkassen Meyer:
https://www.hamburg-tourism.de/buchen/tickets/1h-hafenrundfahrt-ehlers/
https://www.barkassen-meyer.de/

Einen schönen Überblick über die aktuellen Hafenrundfahrten habe ich hier entdeckt:
https://www.focus.de/regional/hamburg/hafenrundfahrt-in-hamburg-preise-termine-und-dauer-der-rundfahrten_id_12156933.html

Mit den Rundfahrten auf den lustigen kleinen Schiffen kommt man am einfachsten an die wichtigsten und tollen Orte im Hafen. Und es gibt ganz unterschiedliche Routen. Nehmt eine, die auch durch die Speicherstadt fährt.

Wem die Rundfahrten zu teuer sind: man kann auch einfach mit einem Schiff der  Linie 62 über die Elbe fahren, das ist eine ganz normale Fähre, die zum öffentlichen Verkehr in Hamburg gehört. Das ist zum Beispiel hier beschrieben:
https://www.hamburg-tourism.de/sehen-erleben/hamburg-maritim/an-den-landungsbruecken/

# Speicherstadt

Am Hafen liegt auch die Speicherstadt. Hier wurden früher Kaffee, Tee und alle möglichen anderen Waren aus aller Welt angeliefert, und sie ist absolut einzigartig. Die MUSS man wirklich gesehen haben. Heute ist leider viel „Schickimicki“ in die Speicherstadt gezogen, weil es „total angesagt“ ist, hier ein Büro oder Restaurant zu haben. Trotzdem lebt in den Gebäuden immer noch die Geschichte.
https://www.hamburg-tourism.de/sehen-erleben/hamburg-maritim/unterwegs-in-der-speicherstadt/

In der Speicherstadt gibt es auch …

a) das Speicherstadt-Museum. Dort kann man mehr über die historische Speicherstadt erfahren und erleben:
https://www.hamburg-tourism.de/sehen-erleben/kultur-musik/museen-galerien/speicherstadtmuseum/
https://speicherstadtmuseum.de/

b) das Miniaturwunderland, die größte Modell-Eisenbahn-Anlage der Welt. Hier kann man den ganzen Tag verbringen und staunen.
https://www.miniatur-wunderland.de/

c) das Internationale Maritime Museum (IMM), im ältesten Gebäude der Speicherstadt:
https://www.imm-hamburg.de/museum/kaispeicher-b/
https://www.imm-hamburg.de/museum/dauerausstellung/

d) … die Elbphilharmonie, das neue „Stadtwahrzeichen“ (es war teuer, also muss man es wohl gut finden …). Wo früher Kakao, Tee und Tabak gelagert wurden, steht heute dieses „Monster“ als eines der größten Konzerthäuser der Welt. Kann man sich von außen angucken (man kann es gar nicht übersehen), dann hat man’s gesehen. Fertig 😀
https://www.elbphilharmonie.de/de/elbphilharmonie

Hamburger Alster

Der Hafen liegt natürlich an der Elbe. Aber genauso wichtig ist den Hamburgern ihre „Alster“ – ein Fluss, der sich durch die ganze Stadt zieht. Es gibt …

a) … die Binnen-Alster („binnen“ ist norddeutsch für „innen“, also der „innere Teil der Alster“). Die Binnenalster liegt am Jungfernstieg:
https://goo.gl/maps/9WSTBeomX8jCT4hR7

b) … die Außenalster, der größere Teil. Sieht aus wie ein großer See und es gibt sogar eine Segelschule. Rund um die Restaurants „Alstercliff“ oder „Alsterperle“ kann man toll Gucken und Spazierengehen. Hier eine kleine Karte der Außenalster:
https://goo.gl/maps/JFRtPzfvPJtv4oCZ8

c) … die Alster-Fluss-Läufe und kleine Kanäle, die sich von der Außenalster durch die ganze Stadt ziehen.

Über alle Teile kann man viele verschiedene Alsterrundfahrten machen. Einer meiner Vorfahren war sogar ein „Alster-Kapitän“ und hat vor vielen Jahrzehnten schon Touristen über die Alster „geschippert“: https://www.hamburg.de/alsterrundfahrt/

Man kann an verschiedenen Stellen einsteigen, aber am einfachsten ist es, direkt am Anleger Jungfernstieg zu gucken, dort starten fast alle Fahrten: https://www.hamburg.de/tickets/l/2487/anleger-jungfernstieg.html

Alles  zusammen könnt Ihr hier gut auf der Innenstadtkarte Hamburg sehen:
https://goo.gl/maps/gaDKGFdUkPEWeY948

Hamburger Parks

# Stadtpark und Planten & Blomen
Hamburg hat tolle Parks. Die wichtigsten sind der Stadtpark (mit dem Stadtparksee) im Norden und Planten & Blomen (norddeutsch für „Pflanzen und Blumen“) in der Innenstadt. Hier ist immer irgendwas los. Oder man holt einfach die Picknick-Decke raus und genießt, während die Kinder toben können:
http://www.hamburgerstadtpark.de/see/parksee.htm
https://plantenunblomen.hamburg.de/bildergalerien/

# Planetarium
Mittendrin liegt auch das Planetarium, mit einer tollen Aussichts-Plattform über den Stadt-Park. Und das Planetarium hat oft tolle Angebote für Kinder:
https://www.hamburg.de/branchenbuch/hamburg/eintrag/1039633/
http://www.hamburgerstadtpark.de/planet/planet.htm
https://www.planetarium-hamburg.de/de/startseite

# Hagenbecks Tierpark
Einer DER Zoos in Deutschland – auch wenn ich persönlich finde, dass es noch viel Schönere gibt. Aber er ist einer der ältesten und bedeutendsten in Deutschland und gehört zu Hamburg wie der Hafen 🙂 https://www.hagenbeck.de

Und, und, und …

Ohje, es gibt SO VIEL in Hamburg zu sehen – aber das waren meine persönlichen Highlights. Natürlich gehören auch die Reeperbahn, der „Michel“ (die Haupt-Kirche), der Flughafen, das Blankeneser Treppenviertel, das Falkensteiner Ufer, verschiedene Rundgänge durch die Stadtteile (Altona, Eppendorf, …) und noch vieles andere dazu, aber für einen ganz kurzen Trip für „Hamburg-Neulinge“, gerade auch mit Kindern, waren das meine wichtigstens Ideen.

Eine Seite mit speziellen Tipps für „Hamburg mit Kindern“ gibt es hier:
https://www.hamburg.de/familienurlaub/

Und wenn es Euch mitten in der Stadt irgendwie zu eng wird, dann gibt es auch viel Schönes in der Umgebung:
https://www.hamburg.de/ausfluege-hamburg/3329716/special-ausfluege-rund-um-hamburg/

Kiel

In Kiel hab ich studiert – und hatte ein Studentenzimmer mit wahnsinnig schönem Ausblick über die Kieler Förde. Die „Förde“ ist ein sehr breiter Wasser-Arm der Ostsee, der ins Landes-Innere „reinragt“. Und eben rund um diese Förde hat sich die Stadt Kiel entwickelt.
https://de.wikipedia.org/wiki/Kieler_F%C3%B6rde

In Kiel MUSS man also an die Förde, vor allem an den Schweden- oder Ostsee-Kai, wo die grossen Schiffe liegen, die nach Skandinavien gehen. Zum Norwegen- und Ostufer-Kai kann man von da aus rübergucken, das reicht 😀
https://www.portofkiel.com/cruise_ferry/unsere-terminals.html

Vom Schweden- oder besser noch vom Ostsee-Kai aus kann man gut zu Fuss die Förde hochgehen, Richtung Kieler Landtag (dem Regierungsgebäude von Schleswig-Holstein). Dort gibt es einen schicken Yachthafen und früher lag hier das große Segelschiff „Gorch Fock“.

Auf dem Weg an der Förde entlang kommt man direkt am Aquarium GeoMar vorbei. Leider ist es aktuell wegen Corona geschlossen, das kann sich aber täglich ändern. Und vielleicht sieht man trotzdem die Seehunde im Außenbecken.
https://www.aquarium-geomar.de/
https://www.geomar.de/news/article/sandbankfeeling-fuer-kieler-seehunde/

Kostenlos und ebenfalls für Kinder interessant ist auch das Schifffahrts-Museum Fisch-Halle:
https://www.ndr.de/ratgeber/reise/kiel_und_umgebung/Zu-Besuch-im-Kieler-Schifffahrtsmuseum,schifffahrtsmuseum180.html

Etwas außerhalb von Kiel gibt es tolle Ostsee-Strände und Urlauber-Paradiese mit witzigen Namen: Kalifornien, Brasilien, … aber das lohnt sich nur bei sehr gutem Wetter (und ist dann leider oft voll). Im Moment gibt es für fast alle Strände auch Corona-Beschränkungen. Bitte guckt selbst: https://www.ostsee24.de/corona-infos

Ich muss gar nicht viel mehr schreiben, denn hier beim NDR habe ich eine ganz tolle Webseite mit Ausflugstipps in und um Kiel entdeckt:
https://www.ndr.de/ratgeber/reise/kiel_und_umgebung/index.html

Und ein Ausflug zum Nord-Ostsee-Kanal lohnt sich auch immer:
https://www.ndr.de/ratgeber/reise/binnenland_elbe/Nord-Ostsee-Kanal-Schiffe-und-Schleusen,nordostseekanal143.html

Laboe

Wer nach Kiel fährt, muß Laboe besuchen. Das spricht man „Labööö“ aus, und es liegt auf der anderen Seite der Kieler Förde:
https://www.laboe.de/rundgang-durch-laboe.html

Eine schöne Karte für einen Rundgang durch Laboe gibt es hier:
https://www.laboe.de/files/bilder/freizeit/Karte_Rundgang%20Laboe.JPG

In Laboe gibt es ein hohes Gebäude zu besichtigen – das Marine-Ehren-Denkmal:
https://de.wikipedia.org/wiki/Marine-Ehrenmal_Laboe
https://deutscher-marinebund.de/marine-ehrenmal-u-995/marine-ehrenmal/

Im Denkmal-Museum liegt ein Buch mit den Namen der Seefahrer, die im zweiten Weltkrieg in der Ostsee gefallen sind. Mein Großonkel steht auch da drin, er ist in den letzten Kriegstagen noch eingezogen worden und 1945 als ganz junger Mann mit einem U-Boot in der Ostsee versunken.

Vor den Denkmal liegt ein U-Boot am Strand, die U-995. Sie ist ein technisches Museum und kann besichtigt werden, sehr interessant:
https://deutscher-marinebund.de/marine-ehrenmal-u-995/technisches-museum-u-995/

In Laboe gibt es auch die Meeresbiologische Station, auf der man viel über die Ostsee sehen und lernen kann. Das macht mit Kindern viel Spass:
https://www.laboe.de/meeresbiologische-station.html
https://www.meeresbiologie-laboe.de/

Lübeck

Zum Glück kennen meine Freunde in Lübeck jemanden. Das ist gut, denn in Lübeck ist man am besten mit einem „Stadtführer“ unterwegs, der einem auch die vielen kleinen Gassen zeigen kann.

Lübeck hat SO viel Interessantes zu bieten, da weiß ich nicht, was ich alles schreiben soll. Was man machen MUSS:

Es gibt soviele Geschichten und Gassen (kleine Straßen) in Lübeck, soviele tolle Dinge in der Umgebung … darum hab ich einfach ein paar gute Webseiten rausgesucht, auch mit Tipps für „Lübeck mit Kindern“:

Viel Spass!

Nachtrag: Moin oder watt?

Der norddeutsche Gruß heißt übrigens „Moin.“ Nur „Moin.“ Ok, Hamburger sagen auch mal „Moin, Moin“. Aber das machen nur befreundete Hamburger untereinander. Und auch nur Hamburger. Die Schleswig-Holsteiner sagen maximal „Moin“. Alles andere ist „Gesabbel“ (= norddeutsch für „überflüssiges Reden“). Und wenn Ihr nicht „von dort“ seid, sagt besser einfach „Guten Tag“ 😀

Schreib einen Kommentar