Hund an Bord

Mit der Fellnase unterwegs im Wohnmobil

Obwohl es nun doch ein langer Artikel geworden ist: eigentlich muss man gar nicht soviel beachten. Das Wichtigste ist wie immer: der gesunde Menschenverstand ;o)

Verhalten (Mensch, nicht Hund)

Nicht der Hund verhält sich, sondern der Mensch. Daher liegt es an UNS, immer vorausschauend und zuvorkommend zu handeln – egal wo.

Und gerade im Urlaub weiss man nicht, wem man begegnet oder was hinter der nächsten Ecke passiert. Darum bleibt der Hund allein schon zu seinem eigenen Schutz bis auf ganz, ganz wenige Ausnahmen angeleint.

Das ist keine Quälerei, sondern eine reine Sicherheitsmaßnahme. Wir nehmen dafür extra mehrere, kombinierbare Leinen mit, so dass der Hund genügend Freiraum hat. Und wir haben einen Bodenanker und einen Karabiner, die sich überall schnell anbringen lassen.

Unser Hundegepäck

  • Mehrere Leinen (als Ersatz und zum Kombinieren)
  • Lange Spielleine (oder entsprechendes leichtes Seil), Bälle und sonstiges Spielzeug
  • Sportgeschirr (damit kann er auch mit Spielleine ins Wasser)
  • Wer Boot fahren will (also Sportboot, nicht Ausflugsdampfer): Rettungsweste für Fiffi (selbst der beste Schwimmer braucht eine!)
  • Ersatzhalsband (Halsbänder gehen immer in den blödesten Situationen „flöten“)
  • Bodenanker (kann man in den Boden eindrehen, oben ist eine bewegliche Öse dran, an der man den Hund festhaken kann)
  • Grosser Karabiner (damit kann man sich oft schnell eine „Anklink-Möglichkeit“ basteln)
  • grosse Wasserdose („Tupper“) für Wasser im Auto
  • kleine Wasserdose für unterwegs (Rucksack)
  • luft-, wasser- und insektendicht verschliessbare Futterbox
  • Hundelekkerlies (einige besonders schöne, die die Aufmerksamkeit zur Not wieder auf uns lenken, wenn irgendwas anderes im Urlaub total spannend ist)
  • Hundehandtuch und kleine, anklemmbare Spannhaken, so kann man daraus zur Not einen Sonnenschutz bauen
  • Sprühflasche mit Wasser (als „Dusche“ unterwegs)
  • natürlich das eigene Hundekissen, ein bisschen „zu Hause“ muss mit
  • Hundetüten (aus Altpapier) – wir treten selbst nicht gern in Hundehaufen
  • Hundedecke mit isolierter Unterseite – hilft sowohl gegen Hitze (die sich in den Steinen am Boden speichert) als auch gegen Nässe (auch im Süden regnet es)
  • Hundebürste
  • Hundespielzeug (z.B. Stoff-Kauknochen gegen Langeweile im Auto)

Hunde-Reise-Apotheke

Wir packen die Hunde-Apotheke gleich mit in den normalen Verbandskasten, so ist alles zentral zur Hand. Ausserdem lassen sich z.B. Mullbinden für Mensch _und_ Tier gleichermassen verwenden. In vielen Ländern ist der Weg zum nächsten Tierarzt unendlich weit – dort wird für Mensch & Tier ohnehin mit denselben Mitteln gearbeitet und es geht beiden gut :o)

Unser Verbandskasten hat folgende „Hunde-Sonderausstattung“:

  • Krallenzange (extra verpackt)
  • Tropfen für Hundeaugen und -ohren
  • Eisspray und Sprühpflaster (für Kinder, das brennt nicht)
  • Desinfektionsspray und Jodsalbe
  • Breite und spitze Pinzette mit Lupe und Licht
  • Brandsalbe, antiseptisches Wundgel

Gegen Zecken und Ungeziefer ausserdem:

  • Zeckenhalsband (Scalibor! Getestet – perfekt. Gibt’s online oder beim Tierarzt)
  • Zeckenkarte im Portemonnaie (haben wir seit dem Scalibor Halsband nie wieder gebraucht, aber sicherheitshalber – und falls uns selbst mal eine erwischen sollte)
  • Ungezieferspray (Ardap)

Unterwegs

Langeweile: Unserem Hund ist unterwegs zum Glück nie langweilig – er LIEBT es, im Wohnmobil zu schlafen und pennt sofort ein, sobald der Motor läuft. Daher müssen wir ihn unterwegs nicht beschäftigen. Ansonsten empfiehlt sich ein Kauspielzeug (kein Leckerli, sondern irgendwas aus Stoff) gegen Langeweile, mit dem man auch im Auto ein bisschen „rangeln“ kann. Spannender ist es mit der neuen Prinzessin. Sie findet das fahrende Sofa toll, weiss aber noch nicht, ob sie schlafen oder spielen soll. Da hilft nur fahren, fahren, fahren, damit sie mehr „Übung“ und Vertrauen bekommt.

Pausen: Auf allen Stops immer Gassigehen (man entdeckt hinter den Parkplätze oft schöne Landschaften!) und den Hund aktiv beschäftigen (z.B. Kommandos üben) – aber NIE ohne Leine, schon gar nicht auf Autobahnrastplätzen. Wir können die „Aber mein Hund kann …“ oder „Mein Hund macht dies und das nicht … “ Rufe hören. Sicher. Auch unsere sind immer die Besten. Aber gerade auf Rastplätzen und in unbekannten Umgebungen herrschen immer Ausnahmesituationen, die nicht einschätzbar sind.

Hitzeschutz: Gegen Hitze hilft Wasser (denn auch im Schatten kann es sehr warm sein). Wir rubbeln unseren Hund mit nassen Handtüchern ab oder sprühen ihn kurz ein. Die Verdunstung verschafft Abkühlung. Allerdings nehmen wir ausschliesslich Wasser, das wir selbst zum Trinken oder Schwimmen nutzen würden.

Impfpass und Kennzeichnungen

Der Impfpass ist der Ausweis für den Hund, darum am besten mit zu den eigenen Personalausweisen / Pässen legen.

Im Impfpass sollte unbedingt die Chip- oder Tätowiernummer notiert sein – die gehört auch ins Handy.

Man sollte es dem „Finder“ so einfach wie möglich machen, das Tier ohne Umwege wieder nach Hause zu bringen. Darum ist eine Registrierung bei Diensten wie zB Tasso zusätzlich von Vorteil.

Daten finden

Ist der Hund weg, gehen einem die Nerven durch und man findet die wichtigsten Informationen meistens nicht sofort. Darum haben wir unsere Hunde einfach als „Kontakte“ im Handy angelegt, mit Foto, Chipdaten und Tasso-Registriernummer & Logindaten.

Ein ausgedrucktes Foto haben wir auch in der Geldbörse – eines, das man gut kopieren kann und auf dem besondere Merkmale des Tieres gut zu sehen sind. Denn gerade wenn man eins braucht, findet man meist so schnell keins oder kann keins ausdrucken.

SOS Anhänger

Oft haben die Tiere ja schon irgendwas „am Hals“ – das sind dann aber meistens die Daten von „zu Hause“.

Auf Reisen sollte man einen Wechselanhänger benutzen und neben dem Familiennamen zB die Autonummer, den Ferienwohnort, den Campingplatz /  Standnummer (oder ein Bild vom WoWa / Womo) und/oder die Nummer des Urlaubshandys angeben.

So kann Fiffi schneller zurückgebracht werden. Der Wechselanhänger sollte wasserdicht, aber auch einfach zu öffnen / zu lesen sein und einen deutlichen Hinweis auf den Inhalt tragen, z.b. „SOS“. Vorschläge gibts überall bei Google.

Unser „Billig-Trick“ für den Urlaub:

schluesselanhaengerEin Schlüsselanhänger für ein paar Cent aus dem Schnäppchenladen. Der kann wie jeder Anhänger am Halsband festgemacht werden – und man kann stets schnell das Schild wechseln und einfach die aktuellen Daten reinschieben.

Wir haben immer ein paar Vorlagen an Bord mit Autonummer, Handynummer und Namen, wie eine „Visitenkarte für den Hund“. Wenn wir irgendwo länger als 1-2 Nächte stehen, dann kommen nur noch die Stellplatzdaten dazu und fertig.

Noch einfacher: Mit wasserfestem Edding einfach die Handynummer und den Hundenamen auf das Plastikfensterchen schreiben. Dann muss man gar nichts weiter tun und der Hund kann damit sogar schwimmen gehen.

Reisebestimmungen

Tollwutimpfung wird soweit wir wissen überall verlangt. Sollte so ca. mindestens 3 Wochen her sein (damit sie schon wirkt), aber nicht älter als ein paar Monate (damit sie noch wirkt). Wir lassen immer im Frühjahr (April / Mai) impfen, dann sind wir auf der sicheren Seite.

Allzeit gute Fahrt! 🙂
Fidelibus287

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