Vorzelt – die Basics

Klassik-Vorzelt

Ich hab versprochen, ein paar Basics zu Vorzelten zusammenzustellen. Bitteschön 🙂

Wir hatten:

… das Glück,  vor vielen Jahren zu unserem Oldie-Mobil auch das passende 80er Jahre Original-Vorzelt zu finden.

Leider war der Aufkleber verblichen, so dass ich den genauen Hersteller noch nicht rausfinden konnte. Und natürlich gab es keine Aufbauanleitung, also hat das erste Aufstellen so richtig Nerven gekostet 😀

Aber – dieses Vorzelt ist klasse! Ein ordentliches Gestänge, superleichter Anschluss ans WoMo, richtig fester Stoff. Nachteile: es ist sehr schwer und nimmt viel Platz beim Transport ein, Und inzwischen ist es uns ein bisschen zu klein.

Wir haben: 

… darum also ein neues, leichteres Vorzelt das Obelink Cabana. Ich bin mir nicht sicher, ob wir es „original“ wirklich gekauft hätten, aber wir haben es gebraucht sehr günstig bekommen:

Der erste Aufbau war ein großes Fragezeichen. Darum stand es dann auch etwas schief. Aber fürs nächste Mal hab ich den „Dreh“ raus und dann ist es sogar für eine Einzelperson doch recht einfach aufstellbar. Nur die Anschlüsse ans Wohnmobil gefallen mir nicht ganz. Es wird mehr oder weniger „verschnürt“, da werde ich mir noch eine eigene Lösung einfallen lassen.

Hier war bis vor kurzem die Galerie mit unseren Vorzeltbildern. Wir erstellen aber gerade ein neues Galerie-Modul, deswegen ist die Galerie kurz mal „weg“ (kommt wieder). Stattdessen guckt bitte erstmal in folgendem Obelink Video zu unserem Cabana Vorzelt:

Und … was wir wirklich meistens benutzen  😀

Der Witz kommt jetzt … am allerliebsten stelle ich uns einfach einen Pavillon auf (Alu-Faltpavillon mit klettbaren Seitenteilen und verstärkten Abspann-Ösen). Das geht fix und ist flexibel. Wir können jederzeit wegfahren, ohne irgendwelche Zelt-Anschlüsse lösen zu müssen. Die Seitenteile können drangeklettet werden – oder eben nicht. Und wenn wir den Sonnenstand falsch eingeschätzt haben, wird es eben kurz mal ein Stück weiter bewegt. Der Pavillon ist wirklich mein Lieblings-„Vorzelt“ geworden.

Zusätzlich haben wir auch noch ein sogenanntes Toiletten- oder Duschzelt (von Campz), einfach als „schnelles Häuschen für Draußen“. Denn manchmal möchte man gar nix groß aufbauen, braucht aber trotzdem außerhalb des Wagens eine wind- & blicksichere Abstellmöglichkeit. Und das ist unsere kleine, leichte und schnelle Lösung.

Soweit zu unserer Ausstattung. Jetzt wie versprochen noch mehr …

Einsteiger-Tipps zu Vorzelten

Natürlich ist das hier nicht die Bibel, sondern nur die gewünschten Tipps und Erfahrungsberichte sowie einige weiterführende Links. Wenn Ihr mehr wisst, teilt es gern mit uns und anderen und schreibt einen Kommentar, vielen Dank! 🙂

Ausmessen

Egal für welches Vorzelt man sich entscheiden – zu allererst wird gemessen!

Beim Wohnwagen ist es einfach: Umlaufmaß nehmen und fertig. Den besten Artikel darüber habe ich hier gefunden, also spare ich mir eigene Erklärungen > camperstyle.net/umlaufmass-wohnwagen/

Beim Bus/Van und Wohnmobil wird es schon schwieriger: Es gibt so viele verschiedene Aufbauarten und Möglichkeiten, dass man sich am besten ein Foto von der Eingangsseite des eigenen Wohnmobils macht und ein paar Mal ausdruckt. Auf diesem Ausdruck lässt sich dann wunderbar skizzieren, wie/wo das Vorzelt eigentlich „ran“ soll, und entsprechend messen. Denn das ist die absolute Grundlage jeder weiteren Auswahl. So vergisst man keine Fenster-Ausschnitte, Service-Klappen, Dach-Reling und was sonst noch alles „im Weg“ sein könnte bzw. die Höhe, Breite und Anschluss-Möglichkeiten (mehr dazu gleich) beeinflusst.

a) HÖHE: vor allem im Türbereich messen und bei Alkoven-Fahrzeugen die unterschiedlichen Maße berücksichtigen, denn die Tür soll ja in das Vorzelt hinein zu öffnen sein (und nicht gegen ein zu niedriges Dach stoßen)

b) BREITE – natürlich die Fahrzeuglänge insgesamt, aber auch „Abschnitte“ messen, also Fahrerhaus und Aufbau einzeln ausmessen, Fensterabschnitte berücksichtigen.

Bei allen großen Herstellern und Vertrieben gibt es weitere gute Informationen rund ums Messen und Vorzelt-Arten, zum Beispiel …

https://www.obelink.de/vorzelte-markisen/vorzelte/
https://www.fritz-berger.de/zelte/vorzelte/
https://www.reimo.com Vorzelte

Nach dem Messen beginnt die Qual der Wahl:

Feste Vorzelte

Feste Vorzelte werden normalerweise in eine Kederleiste am Fahrzeug eingezogen. Das setzt voraus, dass das Fahrzeug eine Kederleiste hat (unseres hat keine, es ist aber auch nicht allzu kompliziert, eine Kederleiste azubringen):

https://de.wikipedia.org/wiki/Kederschiene
https://camper-guide.de/lexikon/kederschiene/

Freistehende Vorzelte – Für Wohnmobil und Bus/Van

Freistehende Vorzelte sind nicht fest mit dem Fahrzeug verbunden, sondern das Fahrzeug steht „frei“ an der offenen Zeltrückseite. Diese Zelte können also auch „von alleine“ (eben „frei“) stehen, so daß man jederzeit mit dem Fahrzeug wegfahren kann. „Jederzeit“ ist relativ – denn das An/Abfahren ist schon mit etwas Arbeit verbunden:

# Anfahren
Man fährt so dicht wie möglich an die Zeltrückseite ran.
Dennoch entsteht immer eine kleine Lücke zwischen Zelt und Fahrzeug. Um diesen „Tunnel“ zu schliessen, gibt es Füllstücke und einen Dachanschluss. Diese Anschlüsse sind je nach Zelt-Typ und Hersteller unterschiedlich. Meistens sind es zusätzliche Stoffbahnen am Zeltrücken, die mittels kleiner Kederleisten oder Haken / Schnüren / Klett / Magneten / Saufnäpfen oder sogar als einfacher Überwurf mit dem Fahrzeug verbunden werden. Bevor man sich für ein freistehendes Vorzelt entscheidet, sollte man sich diese Anschluss-Art genau anschauen, denn mit diesen Anschlüssen muß man künftig jedesmal arbeiten, wenn man das Fahrzeug an das bzw. vom Zelt weg bewegt.

# Abfahren
Will man wegfahren (und das Zelt stehenlassen),
nimmt man die Füllstücke ab, fährt ein Stück vor und verschliesst den dann offenen „Zeltrücken“ mit einer Extraseite (meistens ganz einfach per Rundum-Reißverschluss). Soll das Fahrzeug wieder an das Zelt, wird der Zeltrücken wieder geöffnet, damit man ranfahren kann. Danach kommen dann wieder die Anschluss-Stücke zum Einsatz … deswegen der lange Absatz darüber 😉

Klingt fummelig – ist es auch. Darum unbedingt auf die Anschlussart achten. Bei unserem 80er Jahre Vorzelt ist das perfekt gelöst – es gibt einen Überwurf, der mit einer einfachen, lederummantelten Beschwerung auf dem Fahrzeug aufliegt. Nachteil ist natürlich das Gewicht. Bei unserem neuen Vorzelt werden dünne Stoffbahnen mit dem Fahrzeug verschnürt. Vortell: das gesamte Zelt ist natürlich viel leichter, aber das Verzurren ist ganz schön aufwendig (gerade, wenn man es allein machen muss, als Familie ist das wahrscheinlich gar nicht mal so tragisch).

Dennoch finde ich freistehende Vorzelte für Wohnmobile die bessere Lösung, denn so KANN man jederzeit mal wegfahren. Beim festen Vorzelt ist man unbedingt auf irgendeine Zusatz-Mobilität (Fahrrad etc.) angewiesen.

Es ist aber wie immer letztendlich eine individuelle Entscheidung.

Unterbau – Metall? Kunststoff? Luft?

Der klassische Zelt-Unterbau ist das Metallgestänge. Das bedeutet natürlich ordentlich Gewicht und ist nicht mehr „state-of-the-art“, hält aber am besten.

Natürlich halten auch die aktuellen Kunststoff-, Fiberglas-, Carbon-Gestänge was aus, sofern es nicht gerade die allerbilligste Version ist. Am besten vor dem Kauf nach Erfahrungsberichten im Internet suchen.

Ganz neue Variante: Vrzelte, die mit Luft stabilisiert werden, sog. „Air-Camps“ oder eben einfach „Luft-Vorzelte“. Diese haben nur noch ganz wenige Kunststoff-Stangen, der Rest wird aufgepumpt. Dadurch sind sie schnell und leicht aufzubauen. Wir haben einen Luftzelt-Besitzer in der Familie – und es stimmt. Einfach, leicht, stabil. Hier gibt es einen guten Artikel darüber: https://www.obelink.de/beratung/welche-modelle-aufblasbare-wohnmobilvorzelte-gibt-es.html

Verspannen, Verzurren, Abspannen

Seile, Knoten, Heringe, Bodenanker, Sturmleinen … mit Geschichten und Erfahrungsaustausch hierüber lässt sich jeder Grill-Abend bis in die frühen Morgenstunden gestalten. Das Wichtigste (klingt banal, ist es aber nicht):

a) Immer so verspannen (oder die Verspannung mit irgendwas kennzeichnen), dass man sich unfallfrei „ums Zelt“ bewegen kann.

b) Bei freistehenden Vorzelten unbedingt darauf achten, nicht zu weit nach HINTEN abzuspannen, damit man das Fahrzeug bewegen kann, ohne sich die Reifen an einem hochstehenden Zelthering zu ruinieren.

Mehr über das Verspannen von Zelten ganz allgemein:
https://smartercamping.de/zelt-richtig-abspannen/

Soweit erstmal für heute. Abschliessend noch ein weiterführender Link:
https://www.autobild.de/artikel/campingzubehoer-vorzelt-13760209.html

Irgendwann folgen auch noch die Erzählungen von unserem ganz großen Vorzelt am festen Acht-Meter-Wohnwagen in Kroatien, wo ich nachts im Bura-Stum quasi „an der Stange tanzte“ 😉 Aber das ein andern Mal.

Habt Ihr Tipps? Kommentare? Eure Erfahrungen? Schreibt gern einen Kommentar!

LG fidelibus287 (Sandra Schöngeist)

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